was wir tun

Schwerpunkt im Herbst: Drei Prozent der Kinder schwer depressiv

Kostenzuschuss für Psychotherapie muss angehoben werden

Kreidezeichnung verzweifelt

Drei Prozent der Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren sowie etwa sechs Prozent der Teenager im Alter zwischen 13 und 18 Jahren leiden an schweren Depressionen. Primär wird eine psychologische bzw. psychotherapeutische Behandlung empfohlen. Allerdings hat in den vergangenen Jahren der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die Antidepressiva verschrieben bekommen, offenbar zugenommen. 

Die Verwendung von Antidepressiva bei Kindern und Jugendlichen ist seit Jahren in der Psychiatrie sehr umstritten und bringt „wahrscheinlich keinen klaren Vorteil“. Zu diesem Schluss kommt eine groß angelegte Metastudie, die Andrea Cipriani (Universität Oxford) und Koautoren in der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht haben. Die meisten Antidepressiva seien für die Behandlung schwerer Depressionen in diesem Alter wirkungslos, teilweise sogar bedenklich bis gefährlich.

Es gab Hinweise, dass die Verwendung von Antidepressiva bei Kindern und Jugendlichen das Auftreten von suizidalen Gedanken und Suizidversuchen verursacht. 

Auch in Österreich werden zumindest Teenagern Antidepressiva verschrieben - konkrete Zahlen liegen nicht vor. 

Die empfohlene Psychotherapie ist aber für viele Patienten nicht leistbar, daher fordern wir die Anhebung des Kostenzuschusses für Psychotherapie. Dieser ist derzeit von Sozialversicherung zu Sozialversicherung verschieden und variiert zwischen 21,80 Euro und 40 Euro.