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Schwerpunkt im Herbst: Suizid - alte und einsame Menschen zählen zu den Risikogruppen

Häufig ist es notwendig professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen

traurige Frau

Suizid stellt eines der größten Gesundheitsprobleme der Welt dar. Jährlich nehmen sich rund 1 Million Menschen das Leben. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind Suizide sogar die zweithäufigste Todesursache nach Unfällen. In Österreich gab es im Jahr 2015 mit 1.251 Suiziden bereits rund dreimal so viele Suizide wie Verkehrstote (475 Personen).  Unter Suizidalität versteht man nicht nur vollzogene Suizide, sondern auch alle Gedanken und Phantasien, die sich mit der Möglichkeit der Selbsttötung befassen. Viele Menschen können in akuten psychosozialen Krisensituationen suizidal werden. Nach Bewältigung der Krise bleibt dies zumeist die einzige suizidale Episode im Leben dieser Menschen. Dies trifft auf ca. 80 Prozent der Menschen, die Suizidversuche unternommen haben, zu.


Viele Suizidversuche und Suizide finden aufgrund psychischer Störungen statt. Besonders ausgeprägte Zusammenhänge gibt es bei depressiven Erkrankungen und Alkohol-, Drogen- und Medikamentenmissbrauch. Auch Menschen mit Schizophrenie; Essstörungen und Persönlichkeitsstörungen sind in einem höheren Maße suizidgefährdet. Menschen, die bereits einen oder mehrere Suizidversuche unternommen haben sowie alte und einsame Menschen zählen zu den Risikogruppen.

Es sind sehr unterschiedliche Gründe und Motive, meist sind es mehrere Faktoren, warum Menschen nicht mehr weiterkönnen, selten gibt es dafür nur eine Ursache. Jede suizidale Äußerung oder Handlung sollte als Hilferuf verstanden werden, der keinesfalls überhört werden darf.  

Suizidgefährdung ist nicht unbedingt sofort zu erkennen. Je systematischer und realistischer Suizidgedanken sind, je weniger Alternativen erwogen werden, desto gefährlicher ist die Situation, vor allem bei Verfügbarkeit tödlicher Mittel, besonders von Schusswaffen oder Medikamenten.

Empfohlene Hilfsmöglichkeiten durch das Kriseninterventionszentrum: Generell kann nur geraten werden aufmerksam zu sein, um Warnsignale, die auf eine krisenhafte Entwicklung eines Menschen hinweisen, nicht zu übersehen. Dann sollte ein Gesprächsangebot erfolgen, wobei mögliche Suizidgedanken und Suizidpläne offen und direkt angesprochen werden sollten. Auch indirekte Hinweise auf eine Suizidabsicht sollen aufgegriffen werden. Man kann der eigenen Sorge um den betroffenen Menschen ruhig Ausdruck verleihen. Verständnis für die eigene schwierige Situation zu finden, gibt das Gefühl mit den Problemen nicht alleine zu sein. Oft eröffnen sich in der Folge neue und andere Perspektiven. Häufig wird es notwendig sein, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wenn man dies für erforderlich hält, soll das den Betroffenen auch klar gesagt werden. 

Service: Hilfseinrichtungen für Personen, die sich in einer Krise befinden oder Suizidgedanken haben, finden Hilfe unter: http://www.kriseninterventionszentrum.at/links.htm