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Problematische Weichenstellung bei Notärzten

Notarztwagen

Kein Kaputtsparen auf Kosten der Bürger, vor allem nicht in ländlichen Regionen

St. Pölten (OTS) - „Wir sind mit den Plänen der Landesregierung, die Anzahl der Notfallstützpunkte zu reduzieren und die Anfahrtszeit zu Notfällen zu vergrößern, nicht einverstanden“, stellt Dr. Herbert Machacek, Abgeordneter im Landtag (BürgerLandtag) und Allgemeinmediziner klar. Eine 20-minütige Erreichbarkeit für 95 Prozent der Bevölkerung bedeutet im Umkehrschluss, dass für fast 100.000 Bürger in Niederösterreich bei bestimmten lebensbedrohlichen Notfällen zusätzlich aus rein organisatorischen Gründen Lebensgefahr besteht“, erläutert Dr. Machacek.

 

Niedergelassene Allgemeinmediziner besser zusätzlich einbinden

„Aus unserer Sicht ist eine notfallmedizinische Versorgung dann in Ordnung, wenn JEDER Ort in Niederösterreich innerhalb von zehn Minuten von einem Notarzt erreicht werden kann, und zwar ganz egal bei welchem Wetter und zu welcher Uhrzeit“, meint die Allgemeinmedizinerin und Landtagsabgeordnete Dr. Gabriele Von Gimborn (BürgerLandtag). „Die Stützpunkte dürfen daher nicht reduziert, sondern müssen allenfalls zahlenmäßig sogar ausgeweitet werden“, so Dr. Von Gimborn weiter.

Im Rahmen des morgen im Landhaus in St. Pölten zu präsentierenden gesundheitspolitischen Konzepts des Vereins "PatientenLandtag" werden von den Abgeordneten noch weitere Anforderungen an die Notfallmedizin in Niederösterreich gestellt: „Neben den durch die landesweite Struktur tätigen Notärzten muss es auch den für die notärztliche Tätigkeit befugten niedergelassenen Allgemeinmedizinern besser als bisher möglich sein, sich im Falle eines Einsatzes – zusätzlich zum Notarzt im Hauptdienst - alarmieren zu lassen, um die gegebenenfalls deutlich schnellere Erreichbarkeit im Sinne des Notfallpatienten auszunutzen. Diese zusätzliche Bereitschaft muss natürlich auch honoriert werden“, so Dr. Von Gimborn.

Im Notarztsystem dürfen nur fertig ausgebildete, erfahrene und ausgeruhte Ärzte tätig sein. Notärzte müssen aus Sicht von Dr. Machacek jedenfalls unbedingt im Angestelltenverhältnis ihren Dienst tun. Die Arbeitsmittel sind von der Organisation zu stellen und die gesetzlichen Arbeitszeitregelungen sind verpflichtend einzuhalten. Dies hat natürlich unter Anrechnung der Arbeitszeiten bei anderen ärztlichen Tätigkeiten zu erfolgen. Wir brauchen nicht nur bestens ausgebildete und berufsberechtigte, sondern vor allem auch ausgeruhte Ärzte gerade für diesen Job, in dem rasche Entscheidungen wie an kaum einer anderen Stelle für Leben oder Tod verantwortlich sind. Daher kommt für die beiden Abgeordneten in diesem Bereich – genauso wie im Krankenhausbereich – auch keine wie auch immer geartete Privatisierung oder Teilprivatisierung in Frage.

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160601_OTS0043/problematische-weichenstellung-bei-notaerzten

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